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Coaching: Warum es kein Tabu sein sollte, offen darüber zu sprechen




Als Coach von Führungspersönlichkeiten fällt mir von wiederholt auf, dass es vielen Coachees nach wie vor schwerfällt, in ihrem professionellen oder privaten Umfeld offen über ihren Coachingprozess zu sprechen. Ich sehe immer wieder, dass elektronische Kalendereinträge schon beinahe hysterisch als privat markiert werden. Dem eigenen Team oder den Kolleg:Innen verschweigt man schon beinahe «krampfhaft», dass man ein Coaching absolviert.


Als Coach ist es für mich schwierig, diesen Ansatz nachzuvollziehen, denn ein Coaching sollte meiner Ansicht nach kein Makel darstellen. Ein Unternehmen investiert schlussendlich häufig einen stolzen Betrag in einen solchen Prozess. Zudem beinhaltet ein Coaching ja immer auch die Intention, sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln, das ist doch kein Makel!


In Ländern wie den USA wird ein Coach häufig als unabdingbar angesehen. Man ist sich dort offensichtlich bewusst, dass man nicht schon alles kann und weiss und dass das auch kein Fehler ist. In diesem Blogartikel möchte ich kurz erläutern, warum man auch hier offener zu seinem Coachingprozess stehen sollte.


Warum sollte man offen zu seinem Coachingprozess stehen?

Entstigmatisierung und Aufklärung

  • Offenheit fördert das Verständnis: Indem wir offen über unsere Erfahrungen mit Coaching sprechen, tragen wir z. B. auch innerhalb eines Unternehmens dazu bei, Vorurteile und Missverständnisse abzubauen. So können wir gemeinsam das Bild von Coaching als unterstützende und wertvolle Dienstleistung etablieren.

  • Coaching ist niemals eine Psychotherapie: Viele Personen verwechseln Coaching mit Psychotherapie. Dabei sind die beiden Bereiche grundlegend verschieden. Beide Disziplinen haben ihre absolute Berechtigung und sind höchst wertvoll. Ein Coach unterstützt bei der Entwicklung persönlicher und beruflicher Fähigkeiten und das kurzfristig angelegt. Ein Psychotherapeut ist dagegen auf die Behandlung von psychischen Beeinträchtigungen spezialisiert.


Vorbildfunktion und Inspiration

  • Selbstbewusstsein zeigen: Indem wir offen über unsere Coaching-Erfahrungen sprechen, zeigen wir Selbstbewusstsein und den Mut zur persönlichen Weiterentwicklung. Dies kann andere dazu inspirieren, ebenfalls den Schritt zu wagen und sich Unterstützung zu suchen.

  • Erfolgsgeschichten teilen: Wenn wir unsere Erfolgsgeschichten und die positiven Auswirkungen des Coachings auf unser Leben teilen, motivieren wir andere, sich ebenfalls auf den Weg der Selbstentwicklung zu begeben.



Fazit und meine Hoffnung:


Ein Coaching sollte niemals ein Tabu darstellen. Im Gegenteil, wir sollten stolz darauf sein, dass wir uns für unsere persönliche und berufliche Weiterentwicklung einsetzen. Indem wir offen über unsere Coaching-Erfahrungen sprechen, tragen wir zur Entstigmatisierung und Aufklärung bei, inspirieren andere, den gleichen Entwicklungsprozess einzuleiten und fördern ein unterstützendes Umfeld.


Auch Unternehmen sollten sich vermehrter überlegen, wie sie mit Coachingprozessen mit externen Partnern umgehen und wie das intern kommunizieren. Eine Firmenkultur, die Offenheit gegenüber Coaching zeigt, scheint mir bedeutend fortschrittlicher aufgestellt.


Es ist an der Zeit, das Schweigen zu brechen und unseren Coachingprozess als das zu sehen, was er ist – ein Schritt zur persönlichen und/oder Entfaltung sowie Entwicklung.

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