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Innerer Kritiker überwinden: Coaching-Strategien gegen zu viel Stress im Kopf

Kennen Sie das? Eine innere Stimme, die stetig versucht, Sie kleinzureden und möglichst auch kleinzuhalten? Das begegnet mir in meinen Coachings recht häufig. Dieser Blogbeitrag gibt Ihnen den einen oder anderen Tipp, wie Sie gekonnter mit diesem inneren Monster umgehen können.



Der kleine Tyrann im eigenen Denken

Sie sind Fachspezialist, Führungskraft, Projektverantwortliche oder HR-Profi – mit glasklarem Verstand, reichlich Erfahrung und einem Kalender, der schon von Weitem nach «keine Zeit» schreit. Das heisst, Sie wissen was sie tun. Und doch gibt’s da eine Stimme, die immer wieder stichelt: «Das reicht längst nicht.», «Andere können das viel besser als du.», oder der Klassiker: «Du wirst auffliegen, Hochstapler.»

Klingt vertraut? Willkommen in der Welt des inneren Kritikers – dem wohl penetrantesten Saboteur im Leben von Leistungsträgern. Gerade Fach- und Führungskräfte sind besonders anfällig für diese Art des mentalen Dauerstresses und für ein nicht versiegendes Geplapper des strengen inneren Kritikers.

Wenn das Monster im Kopf zu viel mitredet - wie Sie den inneren Kritiker überwinden können

Im Coaching begegne ich ihm oft: diesem übermächtigen inneren Antreiber, der selten Pause macht und dafür sorgt, dass man abends zwar erschöpft ist, aber kaum weiss, wovon. Sein Ziel? Kontrolle. Sicherheit. Keine Blösse geben. Bloss keine Fehler machen.

Was zunächst nach Leistungsbereitschaft aussieht, entpuppt sich auf Dauer als Energieräuber. Der innere Kritiker schürt nicht nur Selbstzweifel, sondern wirkt sich nachweislich auf Konzentration, Schlaf und sogar die körperliche Gesundheit aus. Und das in einer Arbeitswelt, in der ohnehin schon alle rotieren.

Stress entsteht oft zwischen den Ohren

Chronischer Stress beginnt nicht selten im Aussen – sondern in der Art, wie wir mit uns selbst sprechen. Wer ständig glaubt, noch besser, schneller, fehlerfreier sein zu müssen, lebt in einer Dauerschleife der Selbstoptimierung. Und genau hier setzt wirksames Coaching an.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Führungskraft, top qualifiziert, seit Jahren im Unternehmen, klagt über Erschöpfung und Entscheidungslähmung. Im Coaching zeigt sich: Nicht die Aufgabenmenge ist das Problem – sondern der permanente (eigene) Druck, nicht zu versagen. Der innere Kritiker liefert rund um die Uhr das Programm: «Du darfst dir keinen Fehler leisten und du solltest viel besser sein.» Das geht mit der Zeit an die Nieren oder, klarer, an die Psyche.

Strategien gegen den inneren Stressmacher

Zum Glück ist der kleine Tyrann im Kopf trainierbar. Ein paar wirkungsvolle Methoden gebe ich Ihnen gerne zur Hand:

  • Distanz schaffen: Geben Sie Ihrem inneren Kritiker einen Namen – z. B. «Frau Rotenmeier» oder «der General». Dadurch wird sofort klar: Diese Stimme gehört nicht zu Ihrer wahren Identität.

  • Faktencheck statt Drama: Wenn wieder mal die innere Katastrophe droht – stoppen Sie den Gedanken und prüfen Sie: Was weiss ich wirklich? Was interpretiere ich nur? Was ist wahr oder einfach Interpretation des kleinen Monsters?

  • Kleine Schritte statt Perfektion: Der innere Kritiker will, dass alles perfekt ist – bevor überhaupt etwas begonnen wird. Das lähmt. Besser: einfach loslegen, und sei es nur mit einem Mini-Schritt. Statt stundenlangem Grübeln über die perfekte Lösung, lieber 5 Minuten konzentriert handeln. So kommen Sie aus dem Kopf – und in die Umsetzung.

  • Stärken erinnern: Schreiben Sie sich jeden Morgen drei Dinge auf, die Sie bereits gut machen. Keine falsche Bescheidenheit – eine Selbstbeobachtung bedeutet auch, das eigene Profil wieder scharfzustellen.

  • Fehler als Lernstoff: Wer nie stolpert, bewegt sich kaum, und Umwege erhöhen die Ortskenntnisse. Eine gesunde Fehlerkultur beginnt im eigenen Kopf.


Sich mental stark führen – mit einer guten Portion Empathie

Also, Führung beginnt nicht bei anderen, sondern bei uns selbst. Wer Teams inspiriert, Entscheidungen trifft und Verantwortung trägt, benötigt mehr als Fachwissen und Durchhaltewillen. Es braucht innere Klarheit, emotionale Balance – und die Fähigkeit, mit sich selbst fair und empathisch umzugehen.

Klingt einfach, ist es aber nicht. Viele Führungskräfte begegnen sich selbst mit einer Härte, die sie anderen selten zumuten würden. Die innere Stimme fordert mehr, schneller, besser – ohne Pause. Fehler werden seziert, Erfolge kaum registriert. Das Resultat? Dauerstress, Selbstzweifel und eines Tages: Erschöpfung.

Es geht deshalb nicht darum, noch effizienter zu funktionieren, sondern darum, anders zu denken. Gesünder. Klarer. Empathie mit sich selbst bedeutet nicht Nachsicht oder Schwäche – sondern, sich selbst wie einen guten Mentor*in zu behandeln: konstruktiv, verständnisvoll und gleichzeitig ermutigend.

Wer sich selbst mit diesem Blick führt, trifft bessere Entscheidungen, kommuniziert souveräner – und bleibt langfristig leistungsfähig, ohne sich dabei selbst zu verlieren.


Sollten Sie es nicht selbst schaffen, das Monster im Zaum zu halten, kann ein gezieltes Coaching rasch Linderung bringen.




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