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Du-Botschaften: Warum sie in der Kommunikation schaden und wie man sie vermeiden kann





In der zwischenmenschlichen Kommunikation kommt es immer wieder zu schwierigen Situationen, in denen wir uns verletzt oder missverstanden fühlen. Oftmals sind es dabei sogenannte Du-Botschaften, die das Gespräch belasten und eine konstruktive Lösung erschweren.


Du-Botschaften sind Äusserungen, in denen wir über andere sprechen und sie bewerten, anstatt uns auf unsere eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu konzentrieren. Sie können zu Frustration, Missverständnissen und einem gestörten Verhältnis zwischen Menschen führen.


Dieser Blog-Artikel erklärt dir, warum dir Du-Botschaften in der Kommunikation schaden und wie du diese vermeiden kannst.

Dazu stelle ich dir zunächst einige häufige Beispiele von Du-Botschaften vor, die in unterschiedlichen Situationen auftreten können. Anschliessen erkläre ich, was Du-Botschaften ausmachen und welche negativen Auswirkungen sie haben können. Zum Schluss erhältst du einige Tipps und Beispiele, wie man stattdessen auf Ich-Botschaften umsteigen kann.


Konkrete Beispiele von klassischen Situationen, in denen Du-Botschaften verwendet werden:


Mahnen und Drohen

«Wenn du dir noch einmal so etwas erlaubst, werde ich mich beim Chef über dich beschweren. Du wirst noch sehen, was du von deinem vorlauten Verhalten hast.»


Forschen, Verhören und Ausfragen

«Was ist passiert? Was hat Hans diesmal wieder zu dir gesagt? Hast du denn was getan? «Warum hat er es immer auf dich abgesehen?»

Predigen, an die Pflicht erinnern und moralisieren

Du sollst doch nicht immer mit Kathrin plaudern, schliesslich hast du hier was zu tun. Du willst doch nicht schon wieder Ärger mit der Chefin.


Befehlen, Bestimmen und Kommandieren

Heute stehen noch weitere fünf Kunden an. Wann willst du denn die Heizungen dort warten? Es wird Zeit! Setz’ dich endlich ins Auto und fahr’!»

Kritisieren und Beschuldigen

Immer bestimmen Sie alles. Sie meinen, meine Zeit verplanen zu müssen. Eigentlich hätte ich schon lange alles fertig.

Beschimpfen und lächerlich machen

Auch nicht so die Schnellste, der Auszubildende. Immer, wenn der Kaffee bei mir ankommt, ist er schon kalt.


Was ist eine Du-Botschaft?

Du-Botschaften beziehen sich auf andere und ihre Verhaltensweisen, anstatt auf uns selbst. Sie bewerten und verurteilen das Verhalten des anderen und können in verschiedenen Kontexten auftreten, wie im beruflichen oder privaten Umfeld. Sie sind oft mit Verallgemeinerungen verbunden, die das Verhalten des anderen als allgemeingültig darstellen, wie «nie», «immer» oder «stets». Du-Botschaften können die Beziehung zu anderen belasten und dazu führen, dass der andere sich angegriffen fühlt und in eine Verteidigungshaltung gerät. Du-Botschaften werden häufig als Kritik verstanden.


Wie kann man Du-Botschaften vermeiden?

Um Du-Botschaften zu vermeiden, gibt es verschiedene Strategien. Eine Möglichkeit ist, auf Ich-Botschaften umzusteigen. Hierbei beschreibt der Sprecher seine eigenen Gefühle und Bedürfnisse, ohne das Gegenüber direkt anzusprechen.


Folgende Beispiele können dir allenfalls eine Idee geben, wie du zukünftig besser in Ich-Botschaften kommunizierst:


Ermahnen

Ich möchte nicht, dass so etwas wieder vorkommt. Falls es noch einmal passieren sollte, werde ich mich beim Chef über das Verhalten beschweren. Es ist mir wichtig, dass wir professionell miteinander umgehen.

Forschen, Nachfragen

Ich würde gerne mehr über die Situation erfahren. Was ist passiert und wie fühlst du dich dabei? Ich möchte dich nicht unter Druck setzen, sondern einfach verstehen, was los ist.

An die Pflicht erinnern:

Ich weiss, dass wir hier viel zu tun haben, aber ich denke, es ist wichtig, dass wir uns auch mal eine Pause gönnen und abschalten. Ich würde mich freuen, wenn du deine Zeit danach aber effektiv nutzt und deine Arbeit speditiv erledigst.

Anweisen:

Es ist wichtig, dass wir uns an den Zeitplan halten. Wenn du bereit bist, können wir jetzt weitergehen und die Kunden besuchen. Ich denke, es ist das Beste, wenn wir uns beeilen und unser Bestes geben, um die Arbeit zu erledigen.

Kritisieren:

Ich habe den Eindruck, dass wir beide unterschiedliche Ansichten haben, wie wir die Aufgaben angehen sollten. Lassen Sie uns darüber sprechen, um eine Lösung zu finden, die für uns beide funktioniert.


Beschimpfen und lächerlich machen:

Ich finde es nicht fair, wenn du mich öffentlich kritisierst. Ich würde es begrüssen, wenn wir konstruktiv miteinander umgehen und einander respektieren.

Eine weitere Möglichkeit ist es, auf eine neutrale Sprache zu achten. Hierbei wird vermieden, dass dem Gegenüber Eigenschaften oder Verhaltensweisen zugeschrieben werden. Stattdessen werden konkrete Beobachtungen beschrieben. Ein Beispiel für eine neutrale Aussage wäre: «Ich habe bemerkt, dass du in letzter Zeit öfter abschweifst, wenn wir miteinander reden.» Diese Aussage beschreibt eine Beobachtung, ohne dass dem Gegenüber eine Eigenschaft zugeschrieben wird.

Fazit

Die Verwendung von Du-Botschaften oder kann zu Konflikten und schlechten Beziehungen führen, während die Verwendung von Ich-Botschaften oder eine neutrale Beobachtung dazu beitragen kann, Missverständnisse und Konflikte zu lösen und bessere Beziehungen aufzubauen. Es ist wichtig zu lernen, wie man Ich-Botschaften effektiv einsetzt, um seine eigenen Gedanken und Gefühle auszudrücken, ohne andere zu verletzen oder anzugreifen.

Indem du Ich-Botschaften verwendest, kannst du dazu beitragen, eine offene und respektvolle Kommunikation zu fördern und eine positive Arbeitsumgebung zu schaffen.


Es ist nie zu spät, damit anzufangen, deine Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern und bessere Wechselbeziehungen aufzubauen. Übung macht die Meisterin oder den Meister, und je öfter du Ich-Botschaften verwendest, desto leichter wird es, konstruktive Gespräche zu führen und Konflikte auf eine positive Weise zu lösen.


Versuche es doch noch heute aus. Ich bin gespannt, ob du Veränderungen siehst und erlebst. Ich freue mich auf ein kurzes Feedback und stehe dir natürlich auch bei Fragen zur Verfügung.


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