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Small Talk: Geheimwaffe oder Zeitverschwendung?


In meinen Coachings werde ich immer wieder gefragt, wie wichtig das Beherrschen von Small Talk sei. Eine allgemeine Unsicherheit zu diesem Thema begegnet mir kontinuierlich. Häufig bemerke ich, dass Small Talk bei vielen, gerade hier in der Schweiz, ein einziges Thema umfasst: das Wetter. Also höchste Zeit das Thema hier ein wenig zu vertiefen und die Wichtigkeit des Themas herauszustreichen.




In der hektischen Welt des Geschäftsalltages wird der Wert des Small Talks häufig unterschätzt oder schlicht vergessen. Das mit der Intention, dem Gegenüber oder sich selbst bloss keine Zeit zu stehlen, das habe ich auch schon gehört. Welche Dummheit.


Diese kurzen, oft beiläufigen Gespräche, Small Talk genannt, sind bedeutend mehr als nur ein Lückenfüller! Sie können echte Wunder bewirken und sind entscheidend für den Aufbau von Beziehungen, Vertrauen und letztlich für den Erfolg.

Stellen Sie sich vor: Sie stehen in der Kaffeeküche und plötzlich wird aus einem harmlosen Gespräch ein spannender Austausch über neue Geschäftsmöglichkeiten. Klingt für Sie unglaublich? Ist es aber nicht! Small Talk ist das Schmiermittel, das das Getriebe Ihrer beruflichen und auch privaten Beziehungen reibungslos hält.


Small Talk hat das Potenzial, Türen zu öffnen, die auf den ersten Blick fest verschlossen scheinen. Erinnern Sie sich an Ihr letztes Seminar? Versuchen Sie sich das Mittagessen ins Gedächtnis zu rufen. War dieses von belanglosen Gesprächen begleitet? Allenfalls konnten Sie aber trotzdem einen wichtigen Kontakt knüpfen oder haben wertvolle Informationen erhalten? Small Talk vermag genau das, natürlich nur, wenn Sie die Disziplin auch beherrschen.


Also, bitte hören Sie auf, Small Talk als unnötiges Geplänkel abzutun! Nutzen Sie diese kurzen Interaktionen, um Vertrauen aufzubauen, Informationen zu sammeln und Ihre Netzwerke zu stärken. Ein guter Small Talker weiss, wie man das Eis bricht und Brücken baut. Es sind diese scheinbar belanglosen Gespräche, die oft den Grundstein für tiefere, geschäftliche Verbindungen legen.


Hier ein paar praktische Tipps, um ein Small Talk Gespräch zu eröffnen:


Aktuelles Thema: Beginnen Sie mit einem aktuellen Ereignis oder einer Nachricht. «Haben Sie die neuesten Nachrichten über XY gesehen?»

Gemeinsamer Kontext: Nutzen Sie den aktuellen Kontext, wie eine Veranstaltung oder einen gemeinsamen Arbeitsplatz. «Wie gefällt Ihnen die Konferenz bisher?» oder «Was gefällt Ihnen besonders bei Ihrer Tätigkeit bei der Firma XY AG?»

Kompliment:

Geben Sie ein ehrliches Kompliment. «Ich habe Ihre Präsentation vorhin wirklich genossen.» Hier gibt es ja sehr viele weitere Anknüpfungspunkte, wie ich finde.

Offene Fragen:

Stellen Sie offene Fragen, die mehr als ein Ja oder Nein erfordern. «Also z. B. was hat Sie zu dieser Branche gebracht?»


Persönliches Interesse bekunden:

Fragen Sie nach persönlichen Interessen oder Hobbys. «Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?»


Lächeln Sie Small Talk hat auch mit nonverbaler Kommunikation zu tun. Lächeln Sie einmal mehr als üblich. Fröhlichkeit schafft Freude, öffnet Ihr Gesicht und schafft Goodwill bei Ihrem Gegenüber. Lächeln ist übrigens auch immer gut, wenn Sie keine spontane Antwort auf eine Frage parat haben. Sie gewinnen damit ein wenig Zeit, um sich diese zu überlegen.


Genau wie diese Tipps, um einen Small Talk zu beginnen, gibt es auch Punkte, die Sie tunlichst vermieden sollten:


Kontroverse Themen ansprechen:

Vermeiden Sie politische Diskussionen, Religion, Sexualität oder andere sensible Themen, die zu Meinungsverschiedenheiten oder unangenehmen Situationen führen könnten. Diese Themen bergen ein hohes Risiko, Spannungen zu erzeugen und das Gespräch in eine negative Richtung zu lenken.


Negativität verbreiten:

Meiden Sie Klatsch und Tratsch über Kollegen, Vorgesetzte oder weiteren Mitmenschen sowie negative Kommentare über das Unternehmen. Negative Gespräche können schnell ein schlechtes Licht auf Sie werfen und Ihr professionelles Image beschädigen.


Bewahren Sie eine professionelle Distanz

Insbesondere, wenn Sie Ihre Gesprächspartnerin oder Ihren Gesprächspartner bisher nicht gut kennen, sollten Sie das berücksichtigen. Vermeiden Sie es, intime oder sehr private Fragen zu stellen oder persönliche Probleme zu teilen, die unangemessen oder unpassend sind. Halten Sie das Gespräch auf einem allgemeinen, geschäftlichen Niveau.


Ausgewogenheit

Achten Sie darauf, dass das Gespräch ausgewogen bleibt. Lassen Sie Ihr Gegenüber auch zu Wort kommen und hören Sie aktiv zu, anstatt das Gespräch zu dominieren. Ein ausgeglichener Dialog fördert eine positive und konstruktive Kommunikation.


Bescheidenheit

Übertreibungen und Prahlerei: Seien Sie authentisch und ehrlich. Übertriebene Selbstdarstellung kann als unangenehm und unprofessionell wahrgenommen werden. Bleiben Sie bescheiden und zeigen Sie echtes Interesse an Ihrem Gegenüber.


Witz und Esprit sind toll, aber es bedarf Übung und Fingerspitzengefühl damit

Vermeiden Sie vermeintlich humorvolle oder sarkastische Bemerkungen, die missverstanden oder als beleidigend empfunden werden könnten. Bleiben Sie bei neutralen und allgemein akzeptablen Themen. Ein falscher Witz zur falschen Zeit kann mehr Schaden anrichten, als Sie denken.


Zeigen Sie volles Interesse

Schenken Sie Ihrem Gesprächspartner die volle Aufmerksamkeit. Vermeiden Sie Ablenkungen wie Ihr Smartphone oder andere Dinge, die zeigen könnten, dass Sie nicht wirklich an Ihrem Gegenüber interessiert sind. Aktives Zuhören und Augenkontakt sind essenziell, um Interesse und Respekt zu zeigen.


Versuchen Sie doch beim nächsten Meeting oder einer Begegnung anstatt direkt zur Tagesordnung überzugehen mit einer persönlichen Note zu starten. Fragen Sie nach dem Wochenende, kommentieren Sie ein aktuelles Ereignis oder machen Sie ein Kompliment. Gerade ehrliche Komplimente, sollten sie nicht aufgesetzt oder "schmierig" gemeint sein, wirken als Türöffner Wunder. Sie werden überrascht sein, wie viel positiver sich die Atmosphäre entwickeln wird und wie offen Ihr Gegenüber auf Sie reagiert. Probieren Sie es aus. Bei Small Talk gilt: Es ist noch keine Meisterin oder Meister vom Himmel gefallen. Übung Sie möglichst täglich.

Indem Sie diese Tipps und Tricks beherzigen und die Fallstricke vermeiden, können Sie Small Talk effektiv nutzen, um Ihre beruflichen Beziehungen zu stärken und neue Geschäftsmöglichkeiten zu entdecken. Es sind oft die kleinen, scheinbar unbedeutenden Gespräche, die den grössten Unterschied machen.


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